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Mithriel
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Titel: Schlafwandelnder Tagträumer

Anmeldungsdatum: 23.10.2005
Beiträge: 706
Wohnort: Nähe Nürnberg

BeitragVerfasst am: 16.03.2011 11:08    Titel: Antworten mit Zitat

Der junge Priester brauchte noch einen Moment um sich zu sammeln und wieder Luft in seine Lungen zu pumpen, welche ihm in der Höhle noch seltsam stickig und knapp erschienen war. Auch seine Augen hafteten weiterhin auf dem klaffenden Loch in der Felswand, welche den Eingang in diese kleine Grotte bildete, in der sie sich gerade jenen Kampf mit diesem...Ding...geliefert hatten. Mithriel spürte in diesen Sekunden die Kälte Northrends um sich herum viel deutlicher und nahm jetzt auch wahr, wie stark dieser Ort eigentlich vom Licht verlassen war – Eine Erfahrung, die für ihn bisher gänzlich neu war. Lag es am Einfluss dieses Rankenarms oder war es nur eine Einbildung seines noch immer aufgeschreckten Verstandes, der sich nun erst wieder langsam beruhigte? Er war sich nicht sicher.
"Beim Licht..." wiederholte er noch einmal und wischte sich mit dem Handrücken über den Mund, um etwas Speichel aus seinem Mundwinkel zu entfernen, der sich dort wegen seiner schnellen Atmung gesammelt hatte. Atheas schien für den Moment unverletzt zu sein, auch wenn der Priester bemerkte, dass sich bei seinem Freund einige Brandmale auf der Haut abzeichneten, dort wo ihn die Stacheldornen des wulstigen Fangarms berührt hatten. Irgendwie erinnerte ihn dieses Wesen an den Arm eines Kraken, auch wenn die dazugehörigen Saugnäpfe durch Dornen ersetzt worden waren. Gerade als er zu einem neuen Satz ansetzen wollte, pochte ein dumpfer Schmerz durch seinen Kopf und Mithriel schüttelte jenen kurz, um die Benommenheit loszuwerden, bevor er schließlich ein paar keuchende Worte herausbrachte. "Ich...ich hab keine Ahnung, was das für ein...Ding war, Atheas. Aber..." - Hier setzte der Priester noch einmal ab, um kurz Luft holen zu können, die dankbar und eiskalt seine leicht brennenden Lungen flutete - "...warum...hast du dich einfach von einwickeln lassen? Ich meine....was um alles in der Welt...machst du eigentlich hier unten, mitten in der Nacht? Ist das nicht ein bisschen extrem...für einen Spaziergang?" schloss er seine Fragen ab und richtete sich auf, da er sich gerade eben noch auf seinen Knien abgestützt hatte. Der Blick in das Gesicht seines Freundes zeigte ihm sofort, dass Atheas mindestens genau so verwirrt und ahnungslos zu sein schien wie er selbst, und es dauerte einen Moment, bevor sich der Paladin vom Anblick des Höhleneingangs losreißen konnte, und sich ihm mit seinem restlichen Körper zuwandte.
"Mithriel, ich...schwöre dir, ich hab' keine Ahnung, was hier passiert ist. Ich....hatte eine Art....nun, eine Art Vision. Und...mhm. Dann war ich plötzlich hier. Und dann hat mich dieses Ding...buah. Nein, ich mag gar nicht darüber nachdenken. Ein Glück dass du hier warst...wo kommst du eigentlich plötzlich her? Egal, eigentlich. Jedenfalls hat dieser Wurm...oder was auch immer...mir meine Kräfte entzogen. Ich fühlte mich...schutzlos, irgendwie. Ganz ohne den Beistand des Lichts...und...nun. Ich bin nur froh, dass nichts weiter passiert ist...au, das brennt!" jammerte Atheas leise, als er seine Stirn kurz berührt hatte. Ein Fleck hatte sich darauf abgezeichnet, der etwas dunkler als seine übliche Hautfarbe schien, und den Mithriel gleich darauf kritisch betrachtete. "Komm, lass uns aus diesem Tal verschwinden. Ich habe so oder so ein seltsames Gefühl hier unten...und irgendwie scheint es mir so, als wäre dieses Wesen noch nicht ganz fertig mit uns, wenn wir noch weiter hier verweilen. Hast du das auch gespürt? So eine Art...reines...Übel. Ich kanns nicht genau beschreiben, aber es fühlte sich genau gegensätzlich zum Licht an, irgendwie. Brr." Ein Schaudern fuhr durch den jungen, schwarzhaarigen Priester, als ein Windstoß seine Winterkleidung erfasste und ihn sich durchschütteln ließ. Atheas schien auf seine letzte Frage nur leicht verdutzt zu blinzeln, und sein Gesichtsausdruck sagte ungefähr aus, dass er leider ein bisschen zu beschäftigt damit gewesen war, nicht bei lebendigem Leibe zerquetscht und verätzt zu werden, um solche feinfühligen Sachen auch noch mitzukriegen. Auf den fragenden Blick seines Freundes hin rang sich Mithriel ein schwaches Schmunzeln ab und klopfte dem Streiter der silbernen Hand auf die Schulter, bevor er in Richtung des Weges nickte, von dem Beide vorher gekommen waren. "Lass uns zurückgehen. Wenn wir die Brücke dort nehmen, erreichen wir einen kleinen Pass und sind gleich wieder oben bei der Feste, und dann...Atheas?" unterbrach er sich und sah zurück über die Schultern. Mithriel hatte den Ansatz der knarzenden und leicht schwankenden Brücke bereits erreicht und blickte nun zu dem Paladin zurück, der etwas an den Rand der Talspalte herangetreten war und an der Brücke vorbei hinabblickte, wo es wohl gute hundert Schritt nach unten in die Klamm hinabgehen musste, die unten leise brausende Wellen und einige zackige Felsenkanten aufzuweisen hatte. Atheas erbleichte und ächzte leise aus, bevor er hastig zurücktrat und eine abwehrende Geste mit beiden Händen machte. "Über dieses schwankende Ding...bin ich einfach so drübergelaufen? Gibt's ja nicht, ich hätte doch..." gab er mit leiser werdender Stimme von sich, doch Mithriel hatte ihn bereits am Arm gepackt und zog den protestierenden Paladin nun hinter sich her über die Brücke, wobei Atheas doch tatsächlich die Augen zusammen zu kneifen schien, als er die ersten Holzbretter betreten hatte.

Die bröckelnde Kante unter ihren Hufen knirschte leise, als sich die Draenei etwas nach vorne lehnte, um einen besseren Blick auf die klaffende Schlucht vor ihr erhaschen zu können. Für einen Moment hatte sie die beiden Menschen aus den Augen verloren, doch nun hatten ihre blau glimmenden Pupillen sie wieder eingefangen und folgten ihnen konzentriert, ohne dabei zu blinzeln. Unter ihrem frostbedeckten Helm formten sich ihre Lippen zu einem Grinsen und sie richtete sich gerade auf, um einen Weg auskundschaften zu können, der sie ebenfalls in die Klamm hinabführen sollte. Irgendetwas in ihr drängte sie danach, sich den beiden Menschen in den Weg zu stellen und sie zu konfrontieren, und alleine bei diesem Gedanken summte die zweihändige Runenklinge auf ihrem Rücken freudig auf und brannte ihre Vorfreude mit einem leisen Säuseln direkt in ihren Verstand hinein. Die Todesritterin hatte keine drei Schritte von der Klippe entfernt, als ihre Augen etwas in der Dunkelheit vor ihr ausmachten, und sie stehen blieb, die Hand nach hinten über ihre Schulter an den Griff ihrer Waffe legend. Eine riesige Gestalt drängte sich durch die dichtbewachsenen Büsche am Fuß der großen Nadeltannen hindurch, gefolgt von einer weiteren, etwas zierlicheren Figur. Koraxa spürte das Beben unter ihren Hufen als die erste Kreatur auftrat und schließlich stehen blieb – Beide wandten sich in ihre Richtung und verharrten, da sie anscheinend die schwach glimmenden Augen der Todesritterin unter ihrem Saronithelm ausgemacht hatten. Das vordere Wesen trat nach einigen Sekunden des stillen Abwartens auf sie zu, und die Draenei konnte ein dumpfes Schnauben aus mächtigen Nüstern wahrnehmen, so wie ein kurzes Aufscheinen von zwei spitzen Hörnern, die durch das einfallende Mondlicht für den Bruchteil einer Sekunde beleuchtet wurden. Hinter diesem riesenhaften Wesen hörte die Ritterin ein glucksendes Lachen, und kurz danach trat auch die zweite Kreatur nach vorne, wobei diese direkt in einem Mondstrahl stehenblieb, der ihren Körper erleuchtete und deutlich zu erkennen gab. "Sieh'ste mal eina' an, hia' in diesen Wäldern iss'auch ständich was los, nich'? Wimmelt ja förmlich' vor seltsam'n Viecha'n, eh mon." gab sie von sich und gluckste dabei noch einmal amüsiert, während sich ihr Begleiter nicht die Mühe gab, sich zu artikulieren, sondern einfach ein drohendes Brüllen von sich gab, in die Richtung der Draenei. Diese schloss ihren klirrenden Saronithandschuh um den Griff ihrer Waffe herum, und fühlte das freudige Aufheulen der Runenklinge unter ihren Fingern, was ihr ein zähnefletschendes Grinsen ins Gesicht trieb. Hier in diesem eisigen Land erwarteten sie immer wieder freudige Überraschungen.
_________________
Manchmal dringt durch blaue Funken
Ein Bild hinein, ins schwarze Herz
Dringt durch totes, kaltes Wesen
Durch der Glieder starre Fasern
und erreicht die blinde Leere
Hört im Innren auf zu sein.
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Atheas
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Titel: von Stratholme

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BeitragVerfasst am: 22.05.2011 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ende Buch II

~Epilog~

Der Allianz war es gelungen, drei nicht übermässig vertrauenerweckende Zeppeline der Goblins zu, nunja, requirieren und so wurden die Soldaten, Paladine, Priester und ihr Zubehör auf die kleine Luftflotte verladen. Die Prozedur dauerte fast den gesamten Tag, aber schließlich hatten alle in den überraschend geräumigen Laderäumen Platz gefunden, und die Reise ging weiter. Ziel: Feste Wintergarde in der Drachenöde.
Dort war ein Zwischenhalt geplant, ehe man die Truppen über die eisige Ödnis hinweg zu einem Stützpunkt bringen würde, der direkt am Fuß der Eiskronenzitadelle lag: nur noch eine Woche, vielleicht, und der Kampf würde beginnen können... glaubte man.
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Atheas
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Titel: von Stratholme

Anmeldungsdatum: 30.12.2009
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BeitragVerfasst am: 22.05.2011 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Anfang Buch III

~Prolog~

Die wilde Landschaft veränderte sich vom zerklüfteten Fjord zu einem auf kühle Art dichtbewaldeten Hügelgebiet, dass, wie sich irgendwann herumsprach, wohl Grizzlyhügel genannt wurde. Die Zeppeline und einige mittlerweile dazu gestoßene, eskortierende Greifenreiter der Zwerge mieden das für Flugtransporte gefährliche Gebiet - zuviele, zu dichte und zu hohe Bäume - und wenigstens die Paladine und Priester schienen darüber mehr als froh. Immer wieder sah man die Menschen, wie sie den dichten, hier und da mit Schneehäubchen verzierten Wald anstarrten, als lauere dort eine tiefe, kaum greifbare Gefahr...
Schließlich wurde es kälter und kälter, wich das fahle, winterstarre Gras dem Schimmer von weit oben fluffig anmutenden, immer dichter werdenden Schnees. Und es begann bei schneidenden Winden zu schneien.
Der Aufenthalt in der Feste Wintergarde war kurz und anstrengend, einen Abend durfte man sich die Füße vertreten, ein Bierchen trinken und mit den ansässigen Zivilisten plaudern, während frische Vorräte aufgeladen wurden, die auch für die Pforte des Zorns – das Ziel – bestimmt waren, wodurch der Platz auf den Luftschiffen enorm abnahm.
Als am Vormittag kurzzeitig das Schneegestöber nachließ, erhoben sich die 3 Fahrzeuge wieder und begannen mit der Überquerung des Gebirgszuges, der in die flachen, leblosen Tiefen der Drachenöde führten.
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Atheas
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Titel: von Stratholme

Anmeldungsdatum: 30.12.2009
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BeitragVerfasst am: 23.05.2011 20:03    Titel: Antworten mit Zitat

Genervt wischte er sich das lose Haar des Pelzbesatzes aus dem Gesicht, dass seine gefütterte Kapuze umrahmte. Natürlich schützte das Fell recht gut gegen Schnee und Kälte und Wind, aber es kitzelte auch ständig an der Nase… und wenn man sich langweilte, war das eine ernsthaft entnervende Störung.
„Willst du nicht lieber einen Schal stattdessen?“ brummte Linda neben ihm, gedämpft klingend durch ihren dicht gestrickten Schal aus ungebleichter, grober Wolle, den sie sich eng um den Kopf geschlungen hatte gegen die Kälte.
„Der wird feucht und dann ist dir noch kälter…“ seufzte Atheas und sah skeptisch zu ihr. „Woher weißt du das denn so genau?“ gab sie angriffslustig zurück – er hatte den vagen Verdacht, dass sie ihn eigentlich nur ablenken wollte.
„Erfahrung. Ich komme aus dem Norden, vergiss das nicht.“ erklärte er freundlich und legte ihr kurz die Hand auf die Schulter, ehe er sich wieder an den Mast lehnte und den fleckweise mit matschigem Schnee bedeckten Plankenboden anstarrte.
Luftschiffe! Auf so etwas Absurdes konnten nur Goblins kommen, überlegte er, während Linda unruhig um ihn herum trottete.
„Was hat Mithriel denn auf einmal?“ riss ihn die Stimme seiner Schülerin aus den Gedanken und er folgte rasch ihrem Blick mit dem Seinen. An der wenig vertrauenserweckenden Begrenzung des Deckrandes stand der junge Priester und fuchtelte wild mit den Armen, so dass sein Umhang aus dichtem Fell haltlos flatterte.
Was er jedoch rief, war durch das Heulen des Windes und des Knarrens der Aufbauten praktisch nicht zu hören; das Schneetreiben hatte im Lauf des Tages weiter zugenommen. Der Ausdruck der Panik auf den Zügen des Mannes jedoch sprach Bände…
Noch ehe die beiden Diener des Lichts sich auf den Weg machen konnten, wurde klar, was den Priester so in Alarmbereitschaft versetzte: etwas ganz in der Nähe – von oben her - schrie gellend, ein scheußliches, vogelartiges Kreischen folgte, schließlich ein im wahrsten Sinne des Wortes haarsträubendes Reißen, und plötzlich wurde der Wind noch deutlich stärker, nein, bekam Gesellschaft von oben. Atheas blickte hinauf und sah gerade noch ein blutiges Bündel aus Federn, Panzer und Zwergenhaar durch den geflickt wirkenden Zeppelinstoff brechen – oder eher, reißen. Hart und ziemlich endgültig klang der Aufschlag des Greifen- und Reiterduos auf den Planken, und sofort begannen die üblichen Rufe: Alarm, Angriff, zu den Waffen!
Trotz des eindeutigen Anblicks trat der Paladin kurz zum Zwergen und besah sich das Körperwirrwar. Nein, da war nichts mehr zu machen – aber was hatte ihn getötet?
Es sah nach Klauenspuren aus, was den Kadaver des Greifen aufgerissen hatte,… großen, sehr langen Klauen…
Mittlerweile war klar, dass der Zeppelin trotz der hastigen Flickversuche einiger hastig angelernter Luftmatrosen zu sinken begann – schnell. Begleitet wurde das von einem sirrenden Pfeifen und dem zunehmend panischer werdenden Gebrüll der Leute an Bord.
Derweil hatten sich die Schützen am Rand des Luftschiffes verteilt und feuerten recht ungezielt in die Höhe, während die meisten anderen sich zwar kampfbereit machten, da sie aber nicht wussten, wogegen es ging, liefen sie ziemlich kopflos über das rutschige, allmählich in eine leichte Schräglage gelangende Deck.
Atheas schloss dem Zwergen die gebrochenen Augen und stemmte sich hoch, stellte sich breitbeiniger hin, um nicht die Balance zu verlieren, und tappte mit Linda im Schlepptau auf Mithriel zu, um ihn zu fragen, was er gesehen hatte. Irgendwas musste er schließlich tun können!
Unter sich hörte er die Pferde unruhig wiehern und schnauben, hier und da das Krachen, wenn beschlagene Hufe auf Holz aufschlugen – den Tieren gefiel die Situation genau sowenig wie den Menschen. Kein Wunder.
Gerade, als er den Priester erreicht hatte, sah er von alleine, was das Problem war: eine gewaltige Kreatur aus blanken, abgenagten Knochen schoss die Schneeflocken teilend an ihrem Gefährt vorbei und zerfetzte im Vorbeiflug den Luftsack des voraus nur kurz zu sehenden Schwesternschiffs, dass natürlich sofort und unter dem protestierenden Kreischen überlastenden Holzes absackte. Die panischen Schreie der Nachbarsbesatzung gellten auf und wurden unangenehm rasch leiser.
„Frostwyrm!“ bellte der Paladin erzürnt und stürmte, seine Höhenangst völlig ignorierend, zur Reling und spähte dem auf entsetzliche weise beeindruckenden Untoten hinterher, wie er zwischen den Flocken wieder verschwand.
„Frost… was?“flüsterte Linda hinter ihm entsetzt. „Untote Drachen.“ Erklärte Mithriel, der zu ihnen geschliddert kam und leichenblass anmutete, trotz der bissig roten Kälteflecken auf seinen Wangen.
Linda antwortete gar nicht erst, packte ihr Schwert und zog es aus der Scheide. Gutes Mädchen. Atheas selbst löste seinen Hammer aus der Halterung und hielt sich bereit, während sie beständig weiter an Höhe verloren; längst streifte ein Teil der stabilisierenden Stummelflügel an Felsgestein entlang, stäubte Schnee von den Kuppen und brachte das Schiff dazu, noch mehr zu bocken, und sie hielten sich reflexhaft aneinander oder dem Geländer fest. Nicht wenige Matrosen oder Soldaten schleuderte es zu Boden.
Einen entsetzlichen, schwindligen Augenblick lang konnte Atheas sehen, wie tief es nach der Überquerung des Berges hinab ging, und wie weiter unten eines der 3 Schwesternschiffe aufschlug, Menschen und Ladung wie Spielzeug verstreuend...
Dann riss etwas verdächtig Schweres am Heck das Schiff wieder in eine einigermaßen ausbalancierte Haltung zurück und der entsetzliche Anblick verschwand, wurde durch grauweißen Himmel und einen endlosen Flockenwirbel ersetzt.
Sofort wandte sich der Paladin herum und rannte – oder eher, schlidderte meisterlich – los, um den Frostwyrm zu stellen, auf den bereits ein Hagel an Pfeilgeschossen nieder ging, die ihm nicht das Geringste auszumachen schienen – es gab ja auch kein Fleisch, dass verwundet werden konnte!
Gewaltige blausilbern schimmernde Hörner schwangen sich um den irrsinnig großen Schädel, in dem bereits zahllose Zähne fehlten – was den wenigen, die übrig geblieben waren, leider nur mehr Aufmerksamkeit sicherte. Vor allem die großen, tödlichen waren noch da! Die Augenhöhlen waren leer bis auf ein blassblaues Glühen, kalt und unheilverkündend. Als hätte so ein Ungeheuer das auch noch nötig.
Welcher Unterart von Drachen das unnatürliche Geschöpf angehört haben mochte, war nicht länger erkennbar – nicht, dass es eine Rolle gespielt hätte.
Mit mehr Schliddern als Rennen lavierte sich der Paladin durch die panisch flüchtenden Menschen auf den Wyrm zu, der gerade damit begonnen hatte, lärmend Stücke aus dem Aufbau zu beißen.
Den herabfallenden Trümmern mehr durch die Geschwindigkeit als Geschick entgehend erreichte Atheas die Klauen, jede so lang wie sein Arm, die sich tief in das Holz des Decks gegraben hatten. Den Schwung seiner Bewegung nutzend, ließ er den Hammer wirbeln und nach oben gegen die gereckten Halsknochen krachen. Wenn es ihm gelang, den Kopf abzuschlagen, konnte man vielleicht… wenn.
Der Hammerstil vibrierte in seinem behandschuhten Griff; es war, als schlage er auf blankes Gestein ein.
Dennoch hatte er die Aufmerksamkeit des Wyrms auf sich gelenkt, der mittlerweile eine kreischende Matrosin in den unsympathisch großen Kiefern hielt und sie gerade in Stücke riss. Abrupt und erbärmlich endgültig endeten die Schreie der Frau.
Zornig und mit blutigen Kiefern schnappte das Vieh nach dem Paladin, wobei links und rechts große, dampfende Brocken menschlichen Fleisches und Holzsplitter zu Boden stürzten.
Der Bestie entwich ein Schwall stechend kalter Luft, als sie nach dem bislang harmlosen Störenfried schnappte, der sich sammelte und dem offenen Maul eine Hand entgegen reckte- gleißendes Licht entstürmte seinen Fingern und schlug mit weitaus mehr Wucht in die blanken Knochen aus, als der Hammerschlag zuvor, und der Schädel des Geschöpfs zog sich ohne den Angriff zu vollenden zurück.
Noch immer mit glühender Hand packte Atheas das Waffengolz, das nun vom Blut des Besatzungsmitglieds leicht besprenkelt war, und sein treuer Kampfgefährte leuchtete auf, die Runen im Kopf verströmten einen grellen Schein, als er damit erneut auf das irritierte Geschöpf los ging, während neben ihm Linda auftauchte und sich auf die noch immer das Schiff umklammert haltenden Klauen stürzte. Vor Wut aufheulend spreizte der Wyrm die zerfetzten Schwingen und schlug damit, die beiden Menschen fast von den Füßen reißend, aber auch den Hals erneut preisgebend. So klug wie angeblich echte Drachen waren, schien ihre untote Perversion nicht zu sein!
Sofort nutzte der Paladin die Gelegenheit und ließ das Licht seine Hand führen; sofort konnte er fühlen, wie Mithriel ihn mit seinen Kräften unterstützte, stärkte gegen Gliederlähmende Kälte und ebenso Schauer aus Licht auf das Geschöpf niedergehen ließ; ob er nur Ablenken oder wirklich Schaden anzurichten vermochte, konnte Atheas allerdings nicht sagen.
Wieder trümmerte der diesmal leuchtende Hammerkopf gegen denselben Halswirbel wie auch schon zuvor, diesmal Funken schlagend wie ein Schmiedewerkzeug, das auf heißes Eisen niederfuhr. Ein Knacken ertönte und ein tiefer Riss bildete sich im eisgepanzerten Knochen. Dröhnend erklang das Brüllen der Bestie, die das Flügelschlagen sein ließ und eine Pranke aus dem lädierten Holz riss, um nach den drei Störenfrieden zu schlagen; fast amüsiert stellte Atheas fest, dass während er mit dem Hals des Unholds gespielt hatte, es Linda gelungen war, zwei der Klauen soweit zu beschädigen, dass sie nun schlichtweg abrissen und im Deck stecken blieben. Gutes Mädchen!
Das war vermutlich auch der Grund, dass der wischende Hieb daneben ging, nur zischend die Luft über ihnen verwirbelte, als sie sich geschlossen duckten und Atheas sich zur Sicherheit noch vor Mithriel stellte; man konnte ja nie wissen!
Hätte er nicht gewusst, dass einem Untoten jegliche Gefühlswelt versperrt war, er hätte den Wyrm nunmehr als frustriert bezeichnet, als er dieses mal nach Linda schnappte, die tänzelnd zurück wich und, von einem schimmernden Schild umgeben – ob von ihr selbst oder Mithriel heraufbeschworen, konnte er nicht feststellen – den vordersten Zähnen des Drachen entging. Zufrieden über diese nächste Gelegenheit duckte sich der Diener der silbernen Hand, schnellte vor, beschwor einen Teil seiner Kraft hinauf und warf sie ein weiteres mal der geschundenen Kreatur entgegen; ein Gleißen begleitete den dritten und finalen Hammerschlag, der, diesmal von der anderen Seite, den Halswirbel erwischte und fast vollständig zertrümmerte. Scharfe Splitter von belebtem Knochen wirbelten durch den Wind davon, größere Brocken fielen auf ihm nieder, während er vorsichtig zurückwich; nur zu fot hatte er erlebt, dass Geschöpfe in Todeszuckungen noch erheblichen Schaden angerichtet hatten!
Der Kopf der Kreatur hatte nunmehr eine erhebliche Schlagseite und er verlor sichtlich zusehends die Kontrolle über seinen Knochenleib; die Kralle der zweiten Pranke fuhren aus dem Holz und sofort bockte das Deck auf, als das Gegengewicht des Drachen auf einmal fehlte. Sofort verlor Atheas den Boden unter den Füßen und während er noch hektisch nach irgendeinem Halt suchte, begriff er, dass auch ihr Luftschiff zum Ende verurteilt war. Die Frage war nur: wie weit war es noch bis zum Boden – und wie steil war das Gefälle?
Endlich bekamen seine rudernden Arme etwas zu fassen und er klammerte sich daran fest, nur um zu erkennen, dass es Mithriel war, der sich seinerseits in seinen Umhang gekrallt hatte.
Viel Halt bot ihnen das nicht, und während Atheas noch fieberhaft nachdachte, wie er sie gegen den drohenden Aufschlag absichern mochte, kehrte ein letzter trotziger Funke an Bewegung in das erschlaffende Drachenskelett zurück und es krallte nach ihnen, umfing sie mit der beschädigten Klaue ehe sie auf dem schiefen, rutschigen Boden wegkommen konnten, und riss sie mit sich, hinaus in die unbarmherzige Kälte und den Schneeflockentanz.
Während er noch verzweifelt gegen den Griff ankämpfte, hörte er hinter sich das entsetzliche, befürchtete Krachen, begleitet vom Geschrei der Menschen; Holz barst, Metall riss, dann ging es mit ihnen tief, tief abwärts, getragen von einer sterbenden, eigentlich längst toten Kreatur…
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Mithriel
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Titel: Schlafwandelnder Tagträumer

Anmeldungsdatum: 23.10.2005
Beiträge: 706
Wohnort: Nähe Nürnberg

BeitragVerfasst am: 06.01.2012 22:36    Titel: Antworten mit Zitat

Die junge Trollschamanin ächzte, und trotz der Stärkung durch die elementare Kraft der Erde war ihre Last, die sie mit einem Arm stützte, keineswegs eine leichte. Sich nassgeschwitzte, weiße Haarsträhnen aus der Stirn wischend fluchte sie leise, als sie bemerkte, dass die Schweißtropfen in ihrem Haar festzufrieren begannen. "Nua'lass dich nich' so häng'n, mon!" schimpfte sie aufgebracht, und konnte den eigenen Ärger und eine Spur von Angst in ihrer Stimme mitschwingen hören. Durch den knöchelhohen Schnee stapfend hievte sie den blutenden Tauren mit Müh und Not weiter, welcher sich selbst nur noch bedingt auf den Hufen halten konnte. Sie brauchten schnellstens einen geeigneten Unterschlupf, eine leerstehende Bärenhöhle oder dergleichen. Ihre feine, mit der Natur vertrauten Nase teilte ihr mit, dass bald ein Schneesturm aufziehen würde – der Geruch von klirrendem Schnee und peitschenden Winden lag in der Luft. Als sie zu ihrem Kumpanen hinübersah, blähte dieser gerade seine massiven Nüstern auf und stieß eine schwere Atemwolke in die kalte Luft, brummte einmal tief wie ein verletzter Bulle und schleppte sich einen weiteren Schritt vorwärts. Yoka hatte den jungen Tauren noch nie in so einem Zustand erlebt, aber sie hatte auch in keinster Weise damit gerechnet, dass es so kommen würde. Wie die Begegnung mit dem jungen Paladin und seinem panischen Menschenfreund hatte Yoka auch das Aufeinandertreffen mit dem seltsamen Wesen in der dunkelblauen Rüstung nur für eine Art Spielerei gehalten, bis die...Kreatur...irgendeine schwarze Magie aus ihrer Klinge beschworen, und ihre Waffe tief in das Fleisch des Tauren gerammt hatte. Durch einen wütend züngelnden Flammenangriff hatte sich die Draenei zwar vertreiben lassen, nachdem sie vorher Resistenz gegen jegliche Art von elementarem Frost gezeigt hatte, doch die schweren Verletzungen blieben. Rajuls Atmung wurde rasselnder, und die Trollin konnte förmlich hören, wie sich Blut in der Lunge des Tauren sammelte. Noch während sie sich zusammen mit Rajul weiter über eine vom Wind gepeitschte, offene Lichtung zwischen schneebedeckten Tannen schleppte, sah Yoka aus den Augenwinkeln, wie sich ein großer Greifvogel vom Wipfel einer Nordtanne auf einen deutlich kleineren Northrend-Spatz stürzte, der sich einige Äste unterhalb in einem anderen Baum vor dem schweren Flug durch das Schneegestöber ausruhte. Ein überraschtes, schmerzvolles Zwitschern war zu hören, und die Schamanin sah, wie das kleine Tier am Fuß des Baumes in den Schnee fiel, zusammen mit einigen dunklen, blutigen Federn und einem Staubregen aus dichten weißen Flocken. Sie schnalzte kurz mit der Zunge, und richtete ihren Blick wieder nach vorne, um ihren Gefährten zu einem geschützten Ort zu bringen, und sich um seine Wunden zu kümmern. Selbst wenn sie Zeit gehabt hätte – dem Tier konnte eh nicht mehr geholfen werden.

Jene massive Bergkette, welche sich westlich vom großen Flusslauf befand, der eine natürliche Grenze zwischen der Drachenöde und den Grizzlyhügeln bildete, hatte schon immer ein tödliches Hindernis für jeden dargestellt, der töricht genug waren, eine Überquerung seiner tiefen Schluchten und eisigen Felszacken in Angriff zu nehmen, um in das Herz der Drachenöde vorzustoßen. So machte es dem frostigen Gebirge insgesamt auch nicht sonderlich viel aus, als ein kleines Insekt in der Größe eines Luftschiffes ungebremst in eines seiner Massive hineinkrachte. Die Steine grollten und polterten ein wenig, der Schnee machte sich einen Spaß daraus kleinere Lawinen loszulassen, doch ansonsten zuckte der Berg nur gelangweilt mit den Schultern, gähnte einmal und verfiel dann wieder in seinen ewigen, eisigen Schlummer. Vom Luftschiff selbst war nicht mehr viel übrig: Dunkler Qualm stieg an der Stelle auf, an der sich der Luftschiff-Motor in den Berg hineingefräst hatte und dort schließlich in Flammen aufgegangen und explodiert war. Gebarstenes Holz und versengte Körper lagen übverall verteilt in den Steinformationen des Steilhanges, und wurden schon bald von dicht aufwirbelndem Schnee bedeckt. Sie wurden Teil des Berges, in den sie hineingeflogen waren, und bald schon würde sich das Land Northrend Alles geholt haben, was von ihnen noch übrig gewesen war.

Der zu Boden stürzende Frostwyrm hatte sich bereits mehrmals um die eigene Achse gedreht, und seine jetzt nutzlosen, großen Schwingen sirrten und flatterten in der Luft wie zerrissene Segel. Der Berg dachte gar nicht daran, dem herabfallendem untoten Wesen in irgendeiner Form Platz zu machen, und so krachte einer der großen Flügel gegen einen Hang, wo die Knochen splitterten und sich die Schwinge endgültig von seinem untoten Leib löste und abgetrennt wurde, zerberstend in einem Regen aus Knochen und verfaulter Flügelhaut nach allen Seiten in den Abgrund sprühend. Der Wyrm heulte noch einmal auf, ein kreischender und klagender Sterbelaut, bevor sein wuchtiger Körper gegen die gefrorenen Schneemassen schmetterte, die sich am Fuße des Gebirgshanges befanden. Endlich war sein Fall vorüber, und der letzte übrig gebliebene Flügel legte sich wie ein Leichentuch über den Leib des Frostwyrms, der sich nun nicht mehr rührte. Es wurde still um die bedauernswerte Kreatur, und wieder einmal machte sich der Schnee eifrig daran, alle Spuren mit einer dichten, weißen Schicht zu bedecken.

Manche ältere Menschen, die schon so manche Kriege gesehen und überstanden hatten und nun mehr damit beschäftigt waren, auf einer Parkbank sitzend ihre Enkel mit Opas Geschichten zu nerven behaupteten steif und fest, dass es hin und wieder jene Persönlichkeiten gab, denen nicht eine einzige, sondern gleich eine ganze Heerschar an schützenden Händen zugeteilt wurden, die sie behüteten und ihnen dabei halfen, dem Tod so manches Mal ein Schnippchen zu schlagen. Und genau wie dieser Satz kein Ende hatte nehmen wollen, riss auch die Glückssträhne eben jener Persönlichkeiten nicht ab, mit der sie dem Gevatter Tod grinsend die Zunge ins Gesicht streckten. Mithriel kannte diese Geschichten nur aus den Beichten von frustrierten älteren Damen, die mit solchen Opas verheiratet waren, doch beim Licht, er konnte es jetzt nur zu gut verstehen. Als der Frostwyrm das Ende seines Sturzes erreicht hatte, war seine Klaue zu Boden gerammt worden, und sein Leib hatte sich aus der erschlaffenden Umklammerung gelöst, und war durch die Wucht einen oder zwei Meter tief in den Schnee gebohrt worden. An dieser Stelle des Gebirges war der Schnee pulvrig und weich, und hatte ihm so eine dankbare Federfunktion gegen die Wucht des Falls geboten. Nachdem sich sein Kopf dazu entschieden hatte, es doch noch einmal mit dem Aufwachen aus der Ohnmacht zu probieren, hustete er Schnee und blinzelte taub und gelähmt in die Schneemassen hinein. Unter ächzender Anstrengung gelang es ihm, seine Arme rudernd aus dem Schneegrab zu befreien, und bevor er wusste wie ihm geschah, scharrten seine Hände wie besessen nach dem geschätzten Oben – Er betete zum Licht, dass er sich nicht noch weiter in die tiefen Schneemaßen grub, und als sein Kopf endlich durch eine dicke Schicht aus der eisigen Masse stieß, hustete er keuchend nach Luft, zog seinen Körper wie ein Ertrinkender aus dem Meer aus Schnee heraus, und blieb einfach liegen. Seine Hände brannten durch die Kälte wie Feuer, und seine Arme fühlten sich an, als würden sie vor lauter Schmerzen platzen. Seine schwachen Muskeln mussten übermenschliches geleistet haben, und er war sich sicher, dass ihm mehr als nur ein vom Licht gesegneter Schutzgeist hier in diesem Moment geholfen hatte. Als die Erschöpfung langsam in ein erträgliches Maß wich, so dass er sich aufrichten konnte, sah er sich wie betäubt neben dem riesigen, zerschmetterten Leib des Wyrms um, kam schließlich auf die Knie und hustete, bevor er ein einziges, heiseres Wort ausstieß. "Atheas..." kam es aus seiner Kehle, und er taumelte auf die Beine, ging ein paar Schritt und fiel wieder zurück in den Schnee, sich mit den Händen abbremsend. Von dem Paladin fehlte jede Spur, und er musste einige Zeit blind im Schneegestöber herumtappen, bis er die Waffe seines Freundes fand. Der Hammer hatte sich ebenfalls in den Schnee gegraben, doch aus irgendeinem Grund ragte der Griff der Waffe noch aus der Schneedecke heraus. Weiter halb blind suchend und tastend fand er eine Stelle, in der deutlich Schnee in den Boden eingesackt war, und als er dies erkannte, begab er sich erneut auf die Knie und begann zu graben. Nachdem er einige Hände voll Schnee zur Seite geschaufelt hatte, verließ ihn seine Kraft und seine Atmung wurde stockend. "Beim Licht..." keuchte er atemlos, und schloss die Augen. Tief aus seinem Inneren heraus fasste er die Todesangst, die er eben noch verspürt hatte, sog den ganzen Schmerz, die Kälte und die Furcht um seinen Freund aus sich heraus, und verwandelte all diese Eindrücke in ein verzweifeltes Stoßgebet, dass er zum Licht hinauf schickte. Es dauerte einige Zeit, doch dann flutete eine kleine, wärmende Welle aus hellem Licht sein Innerstes, und sein Körper begann, wieder auf seine Befehle zu reagieren. Angetrieben von dem Zuspruch des Lichtes selbst grub er weiter, und stieß schließlich auf den Körper des Paladins, der sich durch seine schwere Plattenrüstung wohl unmöglich aus dem Schnee hatte befreien können, und auch einiges tiefer hineingesunken war. Er schien nicht bei Bewusstsein und als Mithriel die Hände auflegte, spürte er keinen Puls. Panisch tastete er den Hals von Atheas ab, spürte erst sein schwer klopfendes, eigenes Herz in seinen Fingerkuppen, und fühlte dann doch einen schwachen, aber pulsierenden Funken Leben im Körper des jungen Menschen. Mit letzter Kraft schaufelte er seinen Freund frei, räumte den Schnee auf die Seite und kniete sich schließlich zu ihm hin, um ihn irgendwie zu heilen, und wieder zurück ins Bewusstsein zu bringen.
_________________
Manchmal dringt durch blaue Funken
Ein Bild hinein, ins schwarze Herz
Dringt durch totes, kaltes Wesen
Durch der Glieder starre Fasern
und erreicht die blinde Leere
Hört im Innren auf zu sein.
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Atheas
Neuling


Titel: von Stratholme

Anmeldungsdatum: 30.12.2009
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 14.01.2012 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Linda rappelte sich auf und taumelte einige Schritte durch den Schnee, ehe sie begriff, dass sie in die falsche Richtung lief. Hinter ihr dröhnte das Feuer, schrien die Leute durcheinander, wieherten panische Pferde. Über ihr erklang das Schlagen der Schwingen, deren tödliche Gefahr noch immer nicht gebannt schien. Die Knappin fühlte sich nahe an einer Panik. Was sollte sie tun? Ihr ganzer Körper schmerzte und…
Katinka!
Die Stute hatte mit einigen anderen Rössern ihre Verschläge zertrümmert und war an Deck gedonnert, daran erinnerte sie sich noch. Das gewaltige Schlachtross hatte mit Mühe auf dem bockenden Deck vor ihr gehalten und heftig geschnaubt, Mähne und Schweif im Wind wehend. Um sich herum konnte Linda flüchtig wahrnehmen, wie die Sieben – die Freunde und Waffengeschwister ihres Meisters – trotz des geneigten, bebenden Decks mühelos auf die Rücken ihrer Pferde glitten. Hier und da wurde ein panisch vorbeistürmender Soldat oder Luftmatrose gepackt, mit hinauf gezerrt, festgehalten. Linda hatte begriffen, sich an Katinkas Mähne festgehalten und war ebenfalls aufgestiegen. Hektisch hatte sie eine vorbeieilende Rekrutin – vielleicht eine Freundin, sie wusste es nicht – gepackt und dem panischen Mädchen aufs Pferd geholfen. Wo war die Soldatin nun hingekommen? Linda konnte es nicht sagen.
Wenige Herzschläge später war ein gellender Pfiff erklungen – vage konnte sie erahnen, dass er von Jonathan kam – und anschließend ein donnernder, alles übertönender Befehl. „ALLE MANN VON BORD!“
Natürlich.. wer beim Einschlag noch auf dem Schiff war, würde von brennenden Trümmern begraben werden. Der Schnee war die einzige Hoffnung auf Rettung.
Das jedenfalls hatte Linda überraschend klar gedacht, als Katinka sich auch schon ohne das Zutun ihrer beiden Reiterinnen in Bewegung gesetzt hatte, wie ein Mann mit den anderen Streitrössern der Paladine zusammen. Sie waren unter einigen Matrosen und Soldaten, die tatsächlich genug Verstand beisammen hatten, um zu reagieren, über Bord gesprungen. Linda hatte keine Ahnung gehabt, wie tief sie bereits waren, doch der Boden war schon unsympathisch nahe gewesen. Andererseits, so vergrößerten sich ihre Chancen, den Sprung doch zu überleben.
Wie ein Schwall Wasser aus einem überlaufenden Fass hatten sich die Fliehenden über die geborstene Umrandung des Luftschiffes ergossen, waren im aufstiebenden Schnee verschwunden, hatten sich überschlagen.
Linda hatte ihre kreischende Fracht verloren und war einen Augenblick später selbst mit einem entsetzlichen, harten Ruck vom Rücken der Schlachtstute gerissen worden.
Dann hatte es gekracht. Das Luftschiff hatte den Berg gerammt, war unter dem Geschrei der Besatzung und der Passagiere auseinander gebrochen und ein Teil der Goblintechnologie war – warum auch immer – zu allem Überfluss auch noch explodiert, nachdem es sich in den Berg gefräst hatte.
Einige Herzschläge nur stand die ehemalige Rekrutin da und ließ die Ereignisse Revue passieren, um zu begreifen, wieso sie überhaupt noch lebte, und der Gedanke, warum beim Licht, Goblindinge immerzu explodierten, lähmte sie noch, dann holte die Realität sie wie ein Faustschlag ein.
Jonathan donnerte Befehle und sammelte die Überlebenden, organisierte den Kampf gegen den verbliebenen Frostwyrm, der sich nun auf die noch beweglichen Ziele stürzte mit all seiner unheiligen Macht.
Plötzlich stand Katinka neben ihr. Die weiße Stute blutete aus einem gezackten Schnitt an der Flanke, schnaubte zornig und stieß Linda äußerst Grob in die Seite.
„Was… was willst du? Dass ich aufsteige und gegen dieses Ungeheuer kämpfe?“
Das Pferd stieß sie nur wieder, schien rasend vor Zorn. Noch nie hatte sie ein wütendes Pferd gesehen!
Unsicher zog sie sich ein weiteres Mal hinauf und zog ihr Schwert. Noch bevor sie es ganz aus der Scheide hatte raste Atheas‘ Ross auf den Wyrm zu, der gerade den Fehler gemacht hatte, zwischen einer Runde gutorganisierter Paladine zu landen. Und, mitverantwortlich dafür zu sein, dass Katinkas Meister über Bord gegangen war. Linda betete zum Licht, dass Katinka in ihrer unpaladinhaften Raserei nicht vergaß, dass da noch ein zerbrechlicher Zweibeiner auf ihrem Rücken hockte…
_________________
für des heilische lischt!
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