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Limbus

 
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Mithriel
Mitglied


Titel: Schlafwandelnder Tagträumer

Anmeldungsdatum: 23.10.2005
Beiträge: 706
Wohnort: Nähe Nürnberg

BeitragVerfasst am: 31.08.2011 17:30    Titel: Limbus Antworten mit Zitat

Der erste Eindruck, der in ihren gelähmten Körper kroch, war der faulige Geruch von Verwesung und Tod, der gleichzeitig vor ihren Augen einen schwarzen Schleier malte. Sie blinzelte. Kein Licht drang zu ihr, und sie erkannte nicht, wo sie sich befand. Tastend, schabend krochen ihre Hände über den kalten Boden, an den ihr Körper gepresst war, Stein und Staub befand sich unter ihren Fingernägeln. Kleine Splitter kratzten an ihrer Haut, und ihr geschundener Leib erzitterte, als eine namenlose Kälte in sie drang und ihr Herz zum Klirren brachte. Stockender Atem rang sich aus ihrer Kehle, der metallische Geschmack von Blut und Übelkeit lag auf ihrer Zunge, ihren Lippen. Erst nach einer Weile erkannte sie, dass sie unbekleidet war, aber dennoch überkam sie keine Scham. Wenn sie so darüber nachdachte...eigentlich fühlte sie gar nichts. Keine Gefühlsregung, keine Angst oder Panik...jedenfalls für den Moment. Eine dumpfe Taubheit lag tief in ihr, und sie konnte dieser Empfindung keinen Namen geben. Als sie ihren Kopf hob, stach ein pochender Schmerz ihren Nacken und sie stöhnte gequält, während ihre Pupillen weiter versuchten, ihre Umgebung abzubilden. War dies der Tod? Hatte sie ihr Leben beendet, ohne sich daran erinnern zu können, wann und wie es geschehen war? Nein. Nein, dafür regte sich ihr Körper zu sehr, das regelmäßige Erschaudern, und die Wellen von Übelkeit, die durch sie hindurchpulsierten, all dies fühlte sich zu lebendig an, um zu den Toten zu gehören. Doch woher kam dieser Geruch?

Langsam aber sicher schien der dichte Nebel vor ihrem Blickfeld zu weichen, und sie erkannte, dass eine Gestalt vor ihr kniete, und zu ihr hinabsehen musste. Ihre Arme versuchten vergeblich, sich auf dem Steinboden abzustützten, doch sie rutschte weg und fiel mit dem Kopf auf die Steine zurück, wie ein Kind. Ein zweiter Versuch blieb ebenfalls vergeblich, und erst bei dem Dritten hob sich ihr Oberkörper vom Untergrund ab, und ihre schwarze Haare fielen seitlich an ihrem Gesicht vorbei auf die Steine. Etwas klebte in ihnen, und der Gerruch verriet ihr, dass es Blut sein musste.
"Erstaunlich agil für diese Umstände, nicht wahr?" flüsterte jemand über ihr, und sie konnte einordnen, dass es sich um den knieenden Mann handeln musste. Für den Bruchteil einer Sekunde regte sich etwas in ihrem Hinterkopf, und eine brennende Abscheu flutete ihren Geist wie Gift, doch die Empfindung schwand so schnell dahin, wie sie gekommen war. Fragen explodierten in ihrem Kopf, schmerzhaften Stichen gleich, und mit dem dumpfen Pochen ihres Schädels öffnete sie ihre Lippen, wollte sich erkunden was mit ihr geschehen war, und wo sie sich befand.
"Wo...ist sie?" krächzte sie leise, und wunderte sich eine Sekunde später verwirrt, was genau sie dazu gebracht hatte, diese Worte auszusprechen. Wo war wer? Ihr Verstand gab ihr keine Zeit, genau darüber nachzudenken, denn schon fühlte sie ihre Hand tastend neben sich suchen, auf dem kalten Stein entlang. "Sie muss hier... sein...bei mir...irgendwo." hörte sie ihre eigene Stimme flüstern, die seltsam gebrochen und leblos klang. Im Zwiespalt ihrer Gedanken versuchte sie noch immer herauszufinden, was genau eigentlich mit ihr geschah, bevor das Lachen des knieenden Mannes ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. "Es funktioniert bereits, wie mir scheint. Wie schön. Keine Sorge, Draenei...ich will sie dir nicht lange vorenthalten. Hier, greif ruhig zu! So soll es schließlich auch sein, oder nicht..."
Bevor sie auf die unverständlichen Worte reagieren konnte, wurde etwas in ihre rechte Hand gelegt, und sie schloss die Finger reflexartig um den Griff eines schweren Gegenstandes. Als sie das Objekt zu sich zog, scharrte ein metallisches Kreischen über die Steine, und ihre Sinne überschlugen sich förmlich, während eine warme Regung durch ihre Magengegend pulsierte. Ihre Lippen formten sich zu einem glücklichen Lächeln, und ihre noch geblendeten Augen fixierten ein schwach glimmendes Schwert, in dessen Schneide dunkel leuchtende Runen eingraviert waren. Eine seltsame Hitze ging von der Klinge aus, und sie schmiegte ihren Körper an die Waffe heran, Schutz vor der eisigen Kälte suchend, die in ihrem Innersten herrschte. Der Fingerrücken ihrer linken Hand glitt vorsichtig über den Schwertrücken, das Gefühl des Metalls auf sich wirken lassend. Wie betäubt lächelte sie in sich hinein, gab einen glücklichen Laut von sich und blinzelte, als ihre Augen verschwammen. Die tiefe Erleichterung, die sie empfand während sie die Klinge bei sich hielt, mischte sich mit heftiger Qual und einem abgrundartigem Schmerz, dessen Herkunft sie sich nicht erklären konnte. Etwas, irgendetwas war mit der Waffe geschehen, etwas wollte ihrem Verstand eine bodenlose Verzweiflung entlocken, doch die Antwort lag ihr nur auf der Zunge – Sie konnte sie nicht benennen, sich nicht erinnern, und das Gefühl verblasste wie ein schwächer werdender Traum. Zurück blieb eine euphorische Empfindung, die ihren Körper zittern ließ, bis ihr Tränen über die Wangen liefen, und sie lachen musste. Ihr Lachen kam zeitgleich sich mit eine zweiten Laut, eine weibliche Stimme, die ihr bekannt vorkam, und die weiter vor ihr einen klagenden Laut von sich gab, einen bitteren Klang in sich tragend. Doch es war ihr egal, sie fühlte nur sich selbst und die ersehnte Klinge bei ihr, strich weiter mit der Hand über den Schwertrücken, und schmeckte ihre eigenen Tränen auf ihren Lippen. "Ich dachte..." kam es leise aus ihrem Mund, und ihre Stimme brach sich vor Freude. "...hätte dich verloren. Aber...du bist ja noch bei mir. War ich blind? Ich....werde an deiner Seite bleiben." flüsterte sie nun, und schmiegte ihre Wange gegen kalten Stahl heran, fühlte die Hitze einer Rune auf ihrer Haut.
"Für immer."
_________________
Manchmal dringt durch blaue Funken
Ein Bild hinein, ins schwarze Herz
Dringt durch totes, kaltes Wesen
Durch der Glieder starre Fasern
und erreicht die blinde Leere
Hört im Innren auf zu sein.
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